FÜR 26 STUNDEN EINE BERUFSFEUERWEHR


Im Oktober wurde die Jugendfeuerwehr Kirchbauna zum zweiten Mal zur Berufsfeuerwehr. Für 14 Jugendfeuerwehr Jungen und Mädchen hieß das erleben, was der Alltag einer Berufsfeuerwehr so mit sich bringt. Im Zeichen der Kameradschaft kamen zu den auf dem Dienstplan stehenden feuerwehrtechnischen Diensten auch kameradschaftliche Aufgaben hinzu und wie bei Berufsfeuerwehren üblich gab es auch in diesem Jahr wieder einige Einsätze.

Nachdem die Wachabteilung die Feuerwehrkleidung angezogen und der Zentralist die Leitstelle im Feuerwehrhaus besetzt hatte, begann das Wochenende zunächst mit Geräte-, Fahrzeugkunde und einer praktische Ausbildung in Technischer Hilfe. Schon während der anschließenden Kaffeepause ging gegen 15:00 Uhr der erste Notruf herein. Der Zentralist alarmierte umgehend die Wachabteilung. Der erste Einsatz ein Verkehrsunfall, der wie alle Einsätze an diesem Wochenende von den Kameraden der Einsatzabteilung inszeniert wurde.Bei diesem Einsatz musste eine eingeklemmt Person sehr realitätsnah aus einem verunfallten Pkw befreit werden. Kaum eingerückt und das ein oder andere Spiel begonnen unterbrach ein automatischer Feueralarm, und noch dazu ein Fehlalarm die gemütliche Runde. Nachdem das Abendessen vom eingeteilten Küchendienst zubereitet und von allen gegessen wurde, ging es gestärkt in einen praktischen Übungsdienst vor dem Feuerwehrhaus. Die Übung hatte gerade begonnen als die Lautsprecherdurchsage "Einsatz für das LF16 und den MTW " Brennt Reiterhof " für Aufruhr sorgte. Auf der Anfahrt konnte jedoch recht schnell Entwarnung gegeben werden, denn nicht der Reiterhof, sondern mehrere Strohballen waren in Brand geraten. Die Feuerwehrleute hatten das Feuer schnell unter Kontrolle. Nachdem die bei diesem Einsatz stark verschmutzte Einsatzkleidung gereinigt wurde, schaute man gemeinsam einen Film. Währenddessen wurden gegen 22:00 Uhr die Feldbetten bezogen und die "Leitstelle" an Kassel übergeben. Jederzeit konnte ein Einsatz kommen und um 5:15 Uhr war es dann soweit, im Kirchbaunaer Industriegebiet war einem sichtlich verstörten Bürger sein Gepard entlaufen. Nach dem Ausleuchten der Einsatzstelle konnte der Gepard in rund 15 Minuten von den 14 eingesetzten Kräften eingefangen und an seinen Besitzer übergeben werden.Zurück im Feuerwehrhaus war ja eigentlich noch Nachtruhe, jedoch ruhe fand keiner mehr so recht, also wurde bis zum Frühstuck aus den Betten der am Vorabend begonnene Film zu Ende geschaut. Nach dem Frühstück kamen die in den vergangenen Wochen neu erlernten Kenntnisse zum Tragen, denn ein Gefahrguteinsatz forderte die Kids. In Chemikalienschutzkleidung ausgerüstet mussten auslaufende Gefahrstoffe gesichert werden. Anschließend lies während eines auch in diesem Jahr gemeinsam mit den Eltern durchgeführten Unterrichts ein missverstandener Probealarm die Wachabteilung noch einmal die Fahrzeuge besetzen. So konnten die Eltern einmal hautnah miterleben wie ihre Sprösslinge im Unterricht agieren und bei einem - in diesem Fall vermeintlichen - Einsatz reagieren.

Im Anschluss kochten, die für das Mittagessen zuständigen Kids leckere überbackene Toast, die vorab nach Wahl belegt wurden. Gegen 13:30 Uhr, mitten im Aufräumen des Feuerwehrhauses kam der sechste und letzte Notruf herein. Unter Einsatz von "Atemschutz" bekam man das Feuer im hiesigen Schützenhaus fix unter Kontrolle und die vermisste Person wurde von den 2 eingesetzten Trupps an den Rettungsdienst übergeben.

Während der Verabschiedung bedankte sich der stellv. Wehrführer D. Hohmann bei den Jugendwarten aber auch bei der Jugendfeuerwehr für die an diesem Wochenende geleistete Arbeit. Bei den Einsätzen sei der ein oder andere Beobachter sehr überrascht und begeistert von dem Können des Feuerwehrnachwuchses gewesen. Und auch das besonnen und gekonnte Vorgehen der Kids sei mehrfach positiv aufgefallen. Die Jugendwarte bedankten sich bei den frischgebackenen Jungfeuerwehrleuten für ihr außerordentlich kameradschaftliches Verhalten und ein rundum schönes Wochenende. Auch in diesem Jahr hat jeder eine Menge hinzugelernt und auch der Spaß ist sicherlich nicht zu kurz gekommen. Sichtlich geschafft verließen gegen 14:30 Uhr alle das Feuerwehrhaus.