Exkursion in den Weinbergbunker Kassel


Am 14.03.2012 besuchten rund dreißig Feuerwehrleute aus Kirchbauna den Kasseler Weinbergbunker. Ein Mitarbeiter der Berufsfeuerwehr Kassel führte die Brandschützer sehr kompetent und kurzweilig durch die große Anlage. Gespickt mit Anekdoten wurde die Historie der Bunkeranlage auf dem fast 3 Kilometer langen Weg unter Tage dargestellt. So konnte man unter anderem erfahren, dass in den 1990 Jahren mehrere einhundert junge Menschen bei einer illegalen Party in der Anlage nur knapp dem Tod durch Brandgase entgangen waren. Da zu diesem Zeitpunkt kein Strom in der Bunkeranlage vorhanden war, hatten sie kurzerhand die Elektroleitungen mit Brandpaste bestrichen und entzündet. Nur durch die natürliche Lüftung entstand der glückliche Umstand dass niemand ums Leben kam.

Aber auch die länger in Kassels Geschichte zurückliegenden Ereignisse, insbesondere die Bombennacht vom Oktober 1943 oder die Nutzung der Anlage als "Kühlschrank" in den 1800 Jahren wurden deutlich heraus gestellt und erläutert.

In den Räumen, welche im zweiten Weltkrieg als Operationssaal und Arztpraxis von dem bekannten Dr. Sommerfeld genutzt wurde kam sogar so etwas wie Beklemmung auf.

Als sehr Schade empfanden es die Feuerwehrleute von Kirchbauna, das ihre Führung wohl eine der letzten war. Die Bunkeranlage wird demnächst geschlossen und für die Documenta als Eventstätte hergerichtet. Die Feuerwehrleute waren sich in Ihrem Wunsch und Hoffen, dass die Anlage durch die Documenta nicht baulich verändert wird, einig. Als zu historisch wertvoll in der nordhessischen Geschichte wurde der Bunker eingeschätzt.

An dieser Stelle noch einmal einen Dank an die Berufsfeuerwehr Kassel und den Feuerwehrverein von Kassel für die gelungene Führung.