EIN SCHWERER STAND FÜR DIE FEUERWEHR



Lange Zeit war der Kampf gegen das Feuer ein reichlich hoffnungsloses Unterfangen. Wassereimer und Menschenketten waren die Vorläufer eines Brandschutzes, der erst in den letzten Jahrhunderten geordnete Bahnen einging.

Die erste Feuerspritze wurde um 1800 angeschafft und war in Kirchbauna stationiert. Sie war für die vier Dörfer Kirchbauna, Altenbauna, Hertingshausen und Guntershausen bestimmt. In dem Leiterhaus, wo die Feuerspritze stand, waren außerdem zwei Feuerwehrleitern und zwei Feuerhaken untergebracht. Wie aus Überlieferungen bekannt ist, versagte die Spritze öfter ihren Dienst, so dass sie von 1818 bis 1835 mehrmals repariert werden musste.

Jedes Haus musste zu dieser Zeit selbst einen Ledereimer haben. Der Landarbeiter führte in jedem Jahr eine Feuervisitation im Dorfe durch. Er ließ sich die Öfen und Herde sowie die Stalllaternen zeigen. Außerdem hatte er ein Auge für Vorräte von Heu und Stroh, Flachs und Holz, die dicht an einem bröckeligen Lehmschornstein lagen. Anschließend versammelte er die Dorfbewohner und erklärte ihnen, was die "Kurhessische Feuerordnung" verlangte:

Wer ein Feuer zuerst bemerkt, hat ein lautes Feuergeschrei zu erheben. Zwei Männer reiten sofort auf flinken Pferden nach Kirchbauna, um dort die Feuer- spritze zu holen. Bis zum Eintreffen der Spritze wird das Löschwasser von Hand in Ledereimern zur Brandstelle befördert.
Während dieser Zeit war der Brandschutz mehr oder weniger eine Pflichtaufgabe für alle. Erst mehr als 100 Jahre später wurde eine Freiwillige Feuerwehr gegründet, die einen organisierten und effektiven Schutz vor Bränden und Katastrophen zum Ziel hatte.