Gedanken zum Ehrenamt


Vom Interesse und der Beteiligung der Bürger am staatlichen Geschehen lebt die Demokratie. Allein die Beteiligung an Wahlen reicht nicht aus, um den demokratischen Staat am Leben zu erhalten. Es muss auch Menschen geben, die bereit sind, nicht nur Hilfe zu empfangen, wenn sie in Not sind, sondern auch Hilfe zu geben, wenn andere sie brauchen.

Unter dem sogenannten "Wertewandel" in unserer Gesellschaft darf man wohl zum Teil die mangelnde Bereitschaft, ein öffentliches Ehrenamt zu übernehmen verstehen. Manchmal scheint es vielleicht auch so, als ob ehrenamtliches Engagement etwas aus der Mode gekommen sei.
Der Schutz, den die Bürgerinnen und Bürger von der Feuerwehr zu erhalten gewohnt sind, kann aber nur gewährt werden, wenn es Menschen gibt, die bereit sind, ihre Freizeit gegen die Tätigkeit bei der Freiwilligen Feuerwehr zu tauschen. Sich ehrenamtlich und aus freien Stücken zu engagieren - ohne Lohn und oft ohne Dank - setzt schon bestimmte menschliche Qualitäten voraus.

Der Einsatz- und Hilfsbereitschaft der Freiwilligen Feuerwehren ist dadurch Rechnung zu tragen, dass die Mittel zur Verfügung gestellt werden, die sie zur Erfüllung ihres Dienstes brauchen. Nicht ersetzt werden kann die persönliche Motivation, die Bereitschaft zum Dienst am Bürger.

Um auch zukünftig gerade diejenigen zur Übernahme von Führungspflichten in den Freiwilligen Feuerwehren zu gewinnen, die nach ihren persönlichen Qualitäten hierzu besonders geeignet sind, müssen Wege gefunden werden, wie man Arbeitgeber dazu bewegen kann, Betriebsangehörige für den Einsatz- und Ausbildungsdienst in der Feuerwehr während der Arbeitszeit freizustellen. Hier liegt die besondere Aufgabe für die politisch Verantwortlichen, denn der Einsatzdienst findet nicht nur nach Feierabend statt, es gibt auch Notsituationen während der Arbeitszeit.